INTERVIEW: MARINA HOERMANSEDER

Als ich vor einigen Jahren meine ersten Schritte in der Bloggerwelt wagte, wusste ich nicht genau, was auf mich zukommen würde. Anfangs, hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass jemand meine Beiträge lesen würde. Doch von Artikel zu Artikel kommen immer mehr Interessierte dazu und ich freue mich über jeden Einzelnen. Herzlich Willkommen im WOLF CLUB, schön das Du da bist! Und wenn ich auf das fast vergangene Jahr zurückschaue, dann weiß ich das ich 2016 ganz besonderes Glück mit meinem Blog hatte: Ich wurde zu tollen Events eingeladen, war das erste Mal bei der Fashion Week in Berlin dabei und durfte sogar meine liebste Designerin treffen. Ja, ich durfte mir tatsächlich vor einigen Wochen das Atelier von Marina Hoermanseder anschauen und mit ihr bei einem netten Essen in Berlin, ein kleines Interview führen. Für mich ist mit dem Treffen ein großer Traum in Erfüllung gegangen, denn ich bin ein waschechtes Marina Fangirl und liebe ihre ausgefallenen Entwürfe. Schon in diesem Beitrag habe ich über ihre Kollektion & Show geschwärmt. Du wolltest schon immer mal wissen, wie es im Atelier einer Designerin aussieht? Dann ist dieser Beitrag goldrichtig für Dich! Sie hat mir zum Beispiel einige Details über ihre Marina Hoermanseder X Hello Kitty Kollektion verraten, die seit letzter Woche nun endlich bei Zalando erhältlich ist. Passend dazu gibt es jetzt das Interview für Dich:

Marina Hoermanseder Logo.jpg

Das Label

Marina, woran erkennt man deine Entwürfe und wie bist du zu deinem Markenzeichen gekommen?

Meine Entwürfe erkennt man an der Lederschnalle. Also grundsätzlich Schnallen und geformtes, sowie lackiertes Leder, aber die Lederschnalle ist so am wichtigsten!

Marina Hoermanseder Lederschnalle Buckle Markenzeichen Collage Washi Tape.jpg

Wann wusstest Du eigentlich, dass Du Designerin werden willst? Was war Dein Schlüsselmoment?

Meine Mutter hat mir mit 13 oder 14 Jahren das Nähen auf einer alten Singer Nähmaschine beigebracht. Sie hat immer selber unsere Faschingskostüme und ihre Ballkleider genäht und als sie mir das dann beigebracht hat, war das für mich so herrlich! Von einem Stück Stoff, also quasi einem Nichts eigentlich ein Kleidungsstück machen zu können. Dieses „etwas schaffen“, war das was ich unbedingt machen wollte. Wenn nicht Modedesignerin geworden wäre, dann hätte ich wahrscheinlich eine Tischlerlehre gemacht.

Marina Hoermanseder Leder Body Rihanna.jpg

Der Lederbody ist ein ganz besonderes Stück aus Marinas Kollektion: Die rote Variante hat schon Superstar Rihanna getragen und in ihrem Kleiderschrank sollen sich noch mehr Stücke von der Österreicherin befinden.

Was für eine Rolle spielt Mode in deinem Leben?

Vor allem ist es mein Beruf. Privat hat sie keine so große Rolle. Ich mag es schon mich herzurichten, aber privat bin ich meistens eher locker und lässig gekleidet, weil ich hauptsächlich arbeiten muss. Für mich ist Mode eher bekleidend und manchmal auch schmückend, aber Mode ist vor allem mein Beruf. Deswegen habe ich wahrscheinlich auch eine relativ neutrale Sichtweise dazu. Man glaubt immer an Glamour und Glitzer, aber in Wirklichkeit ist es ein beinharter Beruf geworden.

Marina Hoermanseder Hund Peanut schrift .jpg

Außerdem habe ich auch Marinas Hund „Peanut“ kennengelernt. Funfact: Der Spitzname meiner besten Freundin ist auch Peanut. – Eine kleine Gemeinsamkeit! 😉

Du hast erst BWL und dann Modedesign studiert. Würdest Du das wieder so machen, also erst etwas „anständiges“ lernen?

Meine Eltern würden mich heute wahrscheinlich genauso dazu zwingen wie früher (lacht)! Aber es war auf jeden Fall richtig: Ich konnte erst Jahre älter werden, bevor ich mich selbständig gemacht habe und ich weiß einfach jetzt, obwohl viel outgesourced ist, was die Leute machen. Und das ist das Wichtigste. Ich kann jedem über die Schulter schauen und weiß, was er macht und ich bin nicht die ahnungslose Künstlerin.

Marina Hoermanseder Atelier Berlin Schreibtisch Hello Kitty.jpg

Überall im Atelier kann man das kleine Katzenmädchen „Hello Kitty“ entdecken z.B. als Stiftehalter auf dem Schreibtisch. Marina ist nämlich ein echter Fan.

Als nächstes steht eine Zusammenarbeit mit „HELLO KITTY“ an. Was kannst Du dazu verraten und was wird es geben?

Es ist eigentlich ziemlich, ich würde mal sagen „kommerziell“, aber es wird auch Show-Teile geben. Es gibt auch die typischen Marina Hoermanseder Teile aus Leder mit tausenden geformten Lederblumen. Es gibt Pastellfarben, sehr kindlich, verspielt. Es gibt auch einen großen Lederrock, der aussieht wie ein kompletter Hello Kitty Kopf. Aber halt auch zusammen mit T-Shirts, Pullis, Seidentüchern und Schlüsselanhängern ein bisschen „Klimbim“ muss schon dabei sein. Es macht unglaublichen Spaß, nicht nur das Hello Kitty Thema, sondern auch Mitnehmartikel machen zu können, die leistbar sind, die easy sind. Das demokratisiert auch die Marke.

Als Designerin muss man bestimmt auch jeden Tag kreativ sein. Woher nimmst Du Deine Inspirationen und was machst Du, wenn Du eine Blockade hast und Dir partout nichts einfallen will?

Also zu dem nichts Einfallen: Jedes Mal, wenn ich nach einer Show von der Bühne gehe, denke ich mir: „Scheiße, was mache ich das nächste Mal?“ Das ist jedes Mal so, wenn ich denke, mir wird nichts Neues mehr einfallen und Gott sei Dank scheint die Muse mich dann doch immer wieder zu küssen und es kommt so zufällig. Ich könnte nicht vor einem weißen Blatt Papier sitzen und warten, dass ich eine Idee hab. Das muss schon organisch kommen. Da inspiriert mich alles, seien es Bilder die man mir zeigt, seien es Objekte, das menschliche Gehirn, orthopädische Korsetts, Kinderbücher, österreichische Trachten, ein Urlaub an der Côte d’Azur. Ich lass mich dann von allem inspirieren, was eben gerade so da ist und man glaubt tatsächlich, dass ich jeden Tag kreativ sein müsste, aber die Vorstellung, das ich den ganzen Tag vor der Staffelei sitze und Entwürfe machen kann ich leider im Keim ersticken, da 80% meines Tages zu purem Management Aufgaben geworden sind.Marina Hoermanseder Atelier Berlin Moodboard Inspiration Collage.jpgBLOGGER

Bei Deiner Show während der Berlin Fashion Week konnte man besonders viele Blogger und Influencer im Publikum entdecken. Ich habe Jessica Weiß von Journelles gesehen, Nike & Sarah von This is Jane Wayne, Riccardo Simonetti, Caro Daur, Lisa Bahnholzer und Nina Suess, um nur einige Namen zu nennen.

Welche Bedeutung haben Blogger für Dich & besonders Dein Label Marina Hoermanseder?

Eine riesen Große! Also Blogger sind für mich auf jeden Fall die Gegenwart und vielleicht auch die Zukunft, aber vor allem DIE Gegenwart. Ich muss ehrlich sagen, dadurch, dass es mich auch noch nicht so lange gibt und auch nicht das Bloggertum so lange gibt, sind die Geburtsstunden von einem Riccardo, Caro oder Farina eben sehr ähnlich. Wir kennen uns tatsächlich sogar noch von früher, als der Riccardo bei meinem ersten Model-Casting als Model war oder die Caro bei einem Wettbewerb von der BUNTEN vor zwei Jahren. Wir waren alle relativ neu und haben uns einfach so kennengelernt. Es gibt eben nicht das Gefälle der Blogger und der Designer, sondern da ist viel mehr menschliche Komponente dabei. Blogger sind wahnsinnig wichtig! Wir shooten jetzt auch das Lookbook mit Mathilde Gøhler, einer Bloggerin einfach, weil es der Zahn der Zeit ist.

Marina Hoermanseder Fashion Week Berlin Lisa Bahnholzer Blogger Bazaar Nina Suess

Welchen Tipp kannst Du Bloggern als Designerin und Unternehmerin geben? Auf was sollte man achten?

Ein Blogger muss vor allem authentisch sein. Also immer nur Werbung für die ganz unterschiedlichen Firmen zu machen finde ich unauthentisch oder fast schon schwierig. Es muss schon ehrlich rüberkommen und man muss auch Wert darauflegen, dass man nicht verwässert und immer noch ehrlich rüber kommt, weil sonst wird es vielleicht einem auch irgendwann nicht mehr abgekauft. Der Job ist ja inzwischen auch das Werbung machen mittlerweile und das wird einem auch nur abgekauft, wenn man ehrlich rüberkommt. Man muss auch auf dem Blog und das ist auch ein „Instagram-Geheimnis“, man muss auch zwischendrin private Dinge posten, um die Nahbarkeit und die Nähe zu den Followern zu behalten und nicht in jedem Post Werbung für etwas zu machen, sondern auch private und neutrale Bilder zu posten, um seine Glaubhaftigkeit zu bewahren.

BEAUTY

Was ist Dein „Holy Gral“ in Sachen Beauty? Welches Produkt darf auf keinen Fall in Deiner Beauty Bag oder auf Reisen fehlen?

Elizabeth Arden – Eight Hour Cream!

FASHION
Trägst Du eigentlich nur Sachen, die Du selber entworfen hast, oder wo kaufst Du gerne ein?

Nein, nein gar nicht. Am Abend ja, also wenn ich auf öffentlichen Veranstaltungen unterwegs bin schon. Aber sonst schaue ich, dass ich die Sachen, die wir vorproduzieren verkaufe und nicht ich selber trage. Aber ich brauche auch so legere Sachen. Ich mache leider noch keine Jeans, weil ich bin so eine Jeans-, T-shirt Trägerin oder auch Zara Kleidchen. Ich trage auch andere Designer und mixe und matche. Aber deswegen ist es auch ein Ziel von mir noch ein bisschen kommerzieller zu werden, um die Sachen auch selber viel zu tragen.

Marina Hoermaneder Amelia Bag Light Lilac collage.jpg

Ich persönlich habe mich in die detailverliebten Accessoires von Marina Hoermanseder verliebt. Die Armbänder, Gürtel und Taschen sind für mich wunderschöne Eyecatcher und stehen ganz weit oben auf meiner Wunschliste!

Nachhaltigkeit
Für mich spielt das Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle, wenn ich Mode kaufe. Welche Rolle spielt das Thema bei Deinem Label?

In manchen Bereichen auf jeden Fall eine riesen Große. Zum Beispiel fangen wir beim Leder an: Das Leder ist vegetabil, also rein pflanzlich gegerbt, ohne Chemikalien und ohne Chromsalze, weil die quasi Gift für den Boden sind. Und ich kenne die Gerbereien von denen ich mein Leder beziehe und das Leder kommt zu 100% aus der Fleischproduktion. Für mich würde es nicht in Frage kommen, zum Beispiel günstigeres Leder aus Indien zu kaufen, wo es zum Teil Züchtungen und Schlachthöfe nur für die Lederproduktion gibt. Also ich würde nicht Leder in einem Land beziehen, wo nur 40% der Bevölkerung überhaupt Rind essen. Darauf lege ich besonderen Wert!

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Überall im Atelier kann man die kleinen Lederblumen und Schnallen entdecken, denn in den hochwertigen Stücken steckt echte Handarbeit!

Das schönste an einem Treffen mit einer Person die man für ihre Arbeit bewundert? Wenn die Person tatsächlich so ist, wie man sie sich vorgestellt hat! Marina war live genauso symphytisch und herzlich, wie man sie aus anderen Interviews kennt. Ein wunderschönes und inspirierendes Treffen.

Marina Hoermanseder Show

Vielen Dank an Marina Hoermanseder, ihr nettes Team und an Nicole & Ufuk von Jägermeister, die den Kontakt hergestellt haben!

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